Im Jahre 1908 wurde in
Thalheim der Schützenverein „Hubertus“ aus der Taufe gehoben.
Beherzte Männer, die wohl
mit der Waffe umzugehen wussten gründeten unter dem 1. Vorsitzenden Josef
Hartmann einen Schützenverein.
Bekannte Mitgründer waren
Bürgermeister Josef Gotthardt, Lehrer Gustav Schramm,
Spenglermeister Johann Erl und Landwirt Josef Gotthardt.
Kreis und Gemeinde
verfolgten den Zusammenschluss der Schützen zu einem Verein mit
Wohlwollen.
Der Schießplatz in der
Gründerzeit lag im freien Gelände, nahe der „Bärenhöhle“ hinter der
Bahnlinie.
In den folgenden Jahren
fanden „Preisschießen statt, die Schützen feierten mit den
Ortsvereinen gemeinsam; überall waren sie gerne gesehen, und ihr
aufrechter Sinn, ihre untadelige Haltung und Kameradschaft waren
sprichwörtlich.
Kein Protokoll, keine
Niederschrift zeugt von der Dauer dieser Schützenbruderschaft. Es
wurde mit den Jahren still um den Schützenverein.
Dann wurden die jungen
Schützen eingezogen, und man muss annehmen das einige von
ihnen die Heimat nicht wiedersahen. Die Nachkriegszeit ließ
für das Vereinsleben wenig Raum, dann kam die Inflation, die
1923 ihren Höhepunkt erreichte. Die Sorge um die Familie,
Arbeitslosigkeit und die wirtschaftliche Situation taten ein übriges,
sportliches Schießen in den Hintergrund treten zu lassen.
In der Zeit des „Dritten
Reiches“ diente der Schießsport ausschließlich der vormilitärischen
Ausbildung. Er wurde ausgeübt durch Organisationen der NSDAP bis zum Ende des
2. Weltkrieges. In der Zeit befand sich der Schießplatz unterhalb
des Steinbruchs der Firma Schmidt Basalt.
Anknüpfend an die alte
Tradition feierte der Schützenverein „Hubertus“ am 7.11.1956 im Gasthaus „Zur
alten Post“ seine Wiederauferstehung. Johann Schreiner, Peter
Schmidt, Alois Schmidt, Gerd Gerlach, Alfred Machetanz, Peter Weyer,
Theo Heep, Gerd Wagenbach, Dieter Göbel, Jakob Neuwirth, Helmuth
Kaufmann, Günter Fröhlich, Alois Machetanz, Horst Schmidt, Alois Heep,
Werner Heep, Otto Müller und Josef Schwarz waren spontan bereit,
der alt-neuen Gemeinschaft der Schützenbrüder
beizutreten. Im gutem Einvernehmen
wurde gleich am ersten Abend der Wiedergründung des
Schützenvereins der Gründungsvorstand gewählt. Die Aufnahmegebühr betrug
zu dieser Zeit 0,30 DM und der Monatsbeitrag 0,50 DM. Das
Übungsschießen fand mittwochs und sonntags im Saal des
Vereinslokals „Zur alten Post“ statt. Der Schuß kostete 0,02 DM.
Die erste größere
Veranstaltung des noch jungen Vereins fand am Fastnachtsonntag 1957
statt. Ein Königsschießen am 1. Mai sowie ein Preisschießen am
Kirchweihfest wurden ebenfalls noch durchgeführt.
Bereits 1958 feierte der
Schützenverein sein 50-jähriges Gründungsfest, welches ein großer Erfolg
wurde. An diesem Fest nahmen neben dem Bürgermeister Paul Habel
auch Kreisschützenmeister Schmidt sowie Landesschützenmeister Frey
teil.
Das Leben im
Schützenverein lief weiter mit seinen Sonnen- und Schattenseiten. Nachdem
abzusehen war das der Schießbetrieb im Saal des Gasthauses „Zur alten Post“ auf
Zeit nicht mehr oder nur mit Schwierigkeiten
durchzuführen war wurde 1962 der Bau eines Schützenhauses geplant.
Bereits im Sommer 1962
begann man mit den Arbeiten. Im Jahre 1965 stand der Rohbau, die
Einweihung des Hauses sowie der Schießanlagen fand nach 5
jähriger Bauzeit am 29.10.1967 statt. Der Verein zählte zu
diesem Zeitpunkt bereits 55 Mitglieder.
60 Jahre Schützenverein
feierte man am 15.06.1968 mit einem festlichen Kommers.
Doch das Glück war nicht
von langer Dauer, denn schon nach vier Jahren stellte man erste
Schäden in der Decke und dem Mauerwerk des Schützenhauses fest.
Nachdem immer wieder erfolgte Ausbesserungsarbeiten keinen
Erfolg brachten wurde in der Mitgliederversammlung am 11.01.1980
ein Neubau des Schützenhauses beschlossen.
Und dieses mal ging der
Bau auch dank moderner Maschinen schneller. So konnte
bereits am 11.09.1982 der Neubau seiner Bestimmung im Rahmen eines
Festkommerses übergeben werden.
Am 30.09.1983 war es dann
dem Schützenverein vergönnt sein 75 Gründungsfest zu
feiern. Diese Veranstaltung stand ganz unter dem Zeichen „Tradition und
sportliche Moderne.
Das Jahr 1987 wurde zu
einem Jahr der großen Veränderung. Eine Ära die 1971 begann
ging zu Ende. Günter Fröhlich legte aus gesundheitlichen
Gründen sein Amt als Erster Vorsitzender des Schützenvereins
nieder. Mit Ihm beendete fast der gesamte Vorstand seine Arbeit.
Zum neuen Ersten
Vorsitzenden wurde in der Mitgliederversammlung am 20.02.1987 Wolfgang
Vogel gewählt.
Im Jahre 1991 wurde dem
Verein eine von Daniela Herzinger und Brigitte Kaiser gestaltete
Fahne überreicht, die bis zum heutigen Tag bei festlichen
Veranstaltung aufgezogen wird.
Im Frühjahr 1993 wurde ein
langgehegter Wunsch der Thalheimer Schützen war, es wurde mit
dem Bau der Kleinkalibergewehr- sowie Sportpistolenanlage
begonnen.
Zunächst musste das alte
Schützenhaus sowie einige Bäume für die Anlagen weichen und schon im Herbst
waren die Fundamente sowie die Bodenplatten
hergerichtet, so das man die Grundsteinlegung im beisein von
Bürgermeister Paul Ahrens und Ortsvorsteher Alois Gotthardt begehen
konnte.
Das Jahr 1994 stand ganz
im Zeichen des Neubaus und so wurde das ganze Jahr über der
Bau fortgeführt so das am Ende des Jahres der Rohbau fertiggestellt
war.
Am 07.10.1995 wahr es dann
soweit, nachdem mehr als 7000 Arbeitsstunden geleistet
waren, da alle Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt wurden, und
mehr als 250.000 DM für Baumaterialien aufgewendet worden waren,
konnte der Neubau seiner Bestimmung übergeben werden.
Die feierliche Übergabe
wurde im Rahmen einer Einweihungsfeier, die unter der
Schirmherrschaft von Landrad Dr. Manfred Fluck stand, vorgenommen.
Nachdem im Jahre 1999 noch
ein kleiner Anbau angefügt wurde und im Jahre 2003 ein
Biergarten geschaffen wurde ist die Schießsportanlage nun
vollendet.
Unser ländliche Raum steht
in seiner Infrastruktur in Sachen Sport den Städten in nichts
nach. Was in den Jahrzehnten in Gemeinschaft mit Gemeinde, Vereinen,
Kreis und Land in Dornburg an Sportstätten geschaffen wurde, erfüllt
uns mit Dank und Stolz.
Gesundheit, Lebensglück
und Lebensqualität kann selbst ein Wohlfahrtsstaat nicht garantieren
und finanzieren. Sie hängen nicht zuletzt von der Selbstdisziplin
und vernünftiger Lebensweise des mündigen Bürgers ab. Der Sport ist
ein guter Weg zu Gesundheit, Gemeinschaft und Lebensfreude.
Die Thalheimer
Schützenbrüder haben viel Veraltetes abgelegt und schreiten voller
Optimismus vorwärts in die Zukunft. Die Schützen sind bereit, das
von den Gründern übernommene Erbe zu erhalten und zu
fördern.
Wer den Weg in ihre Reihen
findet, der erlebt in der Gemeinschaft jene schöne Stunden, die
seinem Leben zusätzlich einen beglückenden Inhalt
verleihen.